Drastischer Gewinneinbruch
Die Krise hat den Lufthansa-Konzern voll getroffen. Außerdem belasten die neuen Töchter die Bilanz, wie LH-Chef Wolfgang Mayrhuber während der Jahrespressekonferenz erläutert.
Georg Jegminat
Durch den Nachfrageeinbruch und die kräftig gesunkenen Durchschnittserlöse sind die Verkehrserlöse um 11,8 Prozent auf 17,6 Mrd. Euro gesunken. Es fehlen 2,3 Mrd. Euro in der Kasse. Marktbeobachter berichten, dass es noch nie so viele 99 Euro-Tickets kurz vor Abflugtag gegeben habe. In der zweiten Jahreshälfte 2009 intensivierte der LH-Vorstand die Kampagne Climb 2011.
Der Gesamtumsatz des Konzerns sank um 10,3 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Ohne die Entlastung bei den Treibstoffpreisen hätte das Bild deutlich schlechter ausgesehen. Denn die Kerosinrechnung verringerte sich im Jahresvergleich um 1,7 Mrd. Euro auf 3,6 Mrd. Euro. Trotzdem rutschte das Konzernergebnis unter die Nullinie. Nach 542 Mill. Euro Gewinn im Jahr 2008 steht für 2009 ein Verlust von 112 Mill. Euro in der Bilanz.
Dennoch gewinnt Mayrhuber dem Ergebnis Positives ab: "Wir behaupten uns in der Krise, weil wir über unsere Geschäftsfelder breit und gut aufgestellt sind und über eine starke Bilanz verfügen." Lufthansa hatte zügig gegengesteuert und die Kapazitäten zurückgefahren. "Der unter schwierigsten Bedingungen erzielte operative Gewinn kann uns nicht zufrieden stellen, ist aber dennoch bemerkenswert."
Trotzdem rechnet er damit, dass die Erholung schwierig wird. "Wie lange es dauert, bis wir die aktuellen Rückgänge wieder aufgeholt haben, vermag noch keiner zu sagen", so der LH-Chef. Die neuen Auslandstöchter werden nach seiner Einschätzung 2010 noch keinen positiven Ergebnisbeitrag liefern.
Die Bilanz wurde vor dem Hintergrund der Tarifauseinandersetzungen mit den Piloten erstellt und vor der einschneidenden Restrukturierung im Regionalverkehr. Die Auslandstöchter und diese Aufgaben sowie das Effizienzprogramm Climb 2011 stehen auch im laufenden Jahr im Fokus der Arbeit im LH-Management. Gleichzeitig kündigt sich der Führungswechsel an. Denn Mayrhubers Vertrag läuft zum Jahresende aus. Es wird allerdings spekuliert, dass er während der Hauptversammlung in einigen Wochen noch eine Vertragsverlängerung erhält, allerdings nicht für eine volle Periode von drei oder fünf Jahren.
