Gerangel um die Marktanteile
DRV-Präsident Klaus Laepple behauptet, dass 95 Prozent der Pauschalreisen im Reisebüro gebucht werden. Für VIR-Vorstand Michael Buller ist das nur die halbe Wahrheit.
Dirk Rogl Es ist nur ein knappes Zitat von DRV-Präsident Klaus Laepple in der Süddeutschen Zeitung von gestern, und der dort genannte Marktanteil der Reisebüros ist vermutlich nicht einmal falsch. Doch VIR-Vorstand Michael Buller sind die Fakten zu knapp dargestellt."Rund 95 Prozent der Pauschalreisen buchen die Deutschen beim Reisebüro um die Ecke", zitiert die Zeitung Laepple. "Die Zahlen sprechen eine andere Sprache", sagte Michael Buller, Vorstand des Verbands Internet Reisevertrieb heute auf der ITB in Berlin. Mit solch verkürzten Aussagen habe Laepple seinen Mitgliedern einen Bärendienst erwiesen. Wichtiger sei es, die wachsende Bedeutung des Internet-Vertriebs anzuerkennen und diese Herausforderung an die Mitglieder weiterzugeben.
Buller und die im VIR organisierten Chefs von acht großen Online-Reisebüros in Deutschland nutzten heute die Gelegenheit, den steigenden Anteil des Online-Vertriebs herauszustellen. Dabei bezieht sich der VIR unter anderem auf die heute vorgestellte Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) und die daran angegliederte Zusatzstudie RA-Online.
Nach Aussagen von FUR-Geschäftsführer Peter Aderhold haben in den vergangenen zwölf Monaten 16 Prozent der Bevölkerung (ab 14 Jahren) im Web eine Reise gebucht. Der Anteil der Online-Portale am Urlaubsmarkt habe 2009 bei 12 Prozent gelegen und damit fünf Prozentpunkte höher als 2005. Reisebüros hätten in der gleichen Zeit ihren Anteil im Vertriebsmix um sieben Prozent auf 37 Prozent reduziert. Deutlich wachsend sei auch der Direktvertrieb der Leistungsträger. "Das Web spielt zunehmend eine zentrale Rolle", betonte Aderhold.
